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Programme

 

 

Gesang der Nacht

Lili Boulanger (1893 - 1918)
Hymne au soleil
Vieille prière bouddhique
Chor und tacchi alti

Chor a cappella
Chor

R. Murray Schafer (1933*)
Trio
tacchi alti

Gabriel Fauré (1845 - 1924)
Les Djinns
Cantique de Jean Racine
Pavane

Chor und tacchi alti

Selga Mence (1953*)
Nachtgesänge
tacchi alti und Chor

 

Programmtext

tacchi alti, das Ensemble für hochstehende Kammermusik, feiert 2017 sein 10-jähriges Bestehen und wird zu diesem Anlass ein grosses musikalisches Projekt verwirklichen: Das Instrumentaltrio lässt sich zu seinem Jubiläum von der Lettischen Komponistin Selga Mence ein Werk für die Besetzung Flöte, Bratsche, Harfe und Laienchor (in variabler Grösse) schreiben. Das Kammermusikensemble wird dieses Werk ca. 30 Mal in der Schweiz aufführen. Nach umfangreichen Recherchen, interessanten Gesprächen und einer sorgfältigen Selektion hat tacchi alti Chöre gefunden, welche mit grosser Freude und viel Engagement bei diesem tollen Projekt dabei sein werden. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Personen wird dabei von gegenseitigem Respekt, einer gewissenhaften Vorbereitung, konstruktiven Proben und der gemeinsamen Freude am Musizieren geprägt sein.

Selga Mence ist eine weit über die Landesgrenze hinweg bekannte Komponistin für Chormusik. Ihre Musik ist zutiefst berührend, wohlklingend und von der Volksmusik inspiriert, sie sprüht vor Lebensfreude und ist von Gesanglichkeit erfüllt. Wir freuen uns sehr, dass wir in Selga Mence eine Spezialistin gefunden haben, welche es versteht, die menschliche Stimme und unsere drei Instrumente miteinander zu verweben und daraus ein Kunstwerk aus Tönen, Worten und Rhythmen zu schaffen.

Im ersten Teil des Programms mit dem Titel Gesang der Nacht werden Werke von Fauré und Lili Boulanger gespielt. Und zwar in einer Bearbeitung für tacchi alti und Chor von Wolfgang Drechsler. Es werden im französischen Stile des ‚fin de siècle’ Geister, das Hirtenleben und der Sonnenaufgang besungen. Zudem erklingen ein christliches und ein buddhistisches Gebet. Darauf folgt das Trio für Flöte, Viola und Harfe des kanadischen Komponisten R. Murray Schafer, welches in der Schweiz durch tacchi alti zum ersten Mal aufgeführt wird. Dieses Stück ist ein wahres Feuerwerk an rhythmischen Motiven, überraschenden Wendungen und Melodiebögen, die süsser nicht sein könnten. Der dritte Teil des Konzertes wird variieren, da dieser vom Chor alleine gestaltet wird.

Als Höhepunkt des Abends wird zum Schluss die Uraufführung des Stücks von Selga Mence zu hören sein. Das ca. 15-minütige Werk wird für Instrumentaltrio und Laienchor auf hohem Niveau in variabler Grösse komponiert. Die Komponistin wird Texte von Gottfried Keller und lettische Texte in deutscher Sprache vertonen. Das Kammermusikensemble freut sich sehr auf diese spannende und herausfordernde Tournee. Im Februar 2017 wird tacchi alti dieses schöne Jubiläumsprogramm gemeinsam mit dem bekannten Chor Corund Luzern auf CD aufnehmen. Die Aufnahmen finden im Radiostudio Zürich mit dem Aufnahmeleiter Andreas Werner statt. Das Schweizer Radio ist kooperativ beteiligt.

 

   

Besetzung

Barbara Bossert -  Flöte
Hannes Bärtschi - Viola
Kathrin Bertschi - Harfe

in Zusammenarbeit mit diversen Chören

 

 

 

 

 

folksongs

Edvard Grieg (1843 - 1907)
Peer Gynt Suite I
für Kammerorchester

Joseph Canteloube (1879 - 1957)
Baïlèro
für Mezzosopran und Kammerorchester

Béla Bartók (1881 - 1945)
Rumänische Volkstänze
für Kammerorchester

Luciano Berio (1995 - 2003)
Folksongs
für Mezzosopran und Kammerorchester

Edward Elgar (1857 - 1934)
Sospiri

für Kammerorchester

Antonín Dvořák (1841 - 1904)
Lied an den Mond
für Mezzosopran und Kammerorchester

 

Programmtext

Jedes Volk hat seine eigenen Lieder und Melodien und viele Komponisten haben diese als Grundlage ihrer musikalischen Dichtung genommen.

Edvard Grieg hat Melodien aus dem Norden gesammelt, Béla Bartók und Antonín Dvořák Weisen aus dem Osten und Joseph Canteloubs "Chant d’Auvergne" ist eine Sammlung französischer Volkslieder. Das Herzstück unseres Programms, die Folk Songs Berios, geben unserer diesjährigen Tournee den Namen.

Folk Songs arrangierte Berio 1964 für Cathy Berberian, doch der Titel ist irreführend. Denn die ersten zwei Lieder ("Black is the colour" und "I wonder as I wander") stammen vom Musikwissenschaftler und Folksänger John Jacob Niles. "La donna ideale" und "Ballo" schrieb Berio für Berberian, als sie noch Studentin war. Die anderen sind echte Volkslieder: "Loosin yelav", eine armenische Weise über den aufgehenden Mond, das französische "Rossignolet du bois" erzählt von einer Nachtigall und das "à la femminisca", welches die Frauen sizilianischer Fischer singen, während sie auf die Rückkehr ihrer Männer von der See warten. Canteloubes "Chants d'Auvergne" war die Quelle von "Malurous qu'o uno tenno" und "Lo fiolairé"; ersters erläutert das Paradox der Ehe (der Junggeselle kann nicht ohne eine Frau leben, der Ehemann nicht mit ihr), und das zweite ist das Lied eines Mädchens am Spinnrad. Den "Azerbaijan Love Song" fand Berio auf einer russischen 78er-Aufnahme.

Neben den Folk Songs von Berio spielen wir die Peer Gynt Suite I von Edvard Grieg. Die Werbeindustrie liebt diese Suite, insbesondere die "Morgenstimmung" daraus. "Die Vermehrung meiner Werke durch Arrangements fängt jetzt an, unheimlich zu werden. Ich vermisse nur noch die Peer Gynt-Suite für Flöte und Posaune. Von der unerreichbaren Popularität der Drehorgel will ich gar nicht reden", schrieb Edvard Grieg an einen Freund, zwanzig Jahre nach der Uraufführung seiner Bühnenmusik zu Henrik Ibsens Drama "Peer Gynt", der Geschichte eines Taugenichts und Lügenboldes, den es irrend und wirrend in die Welt verschlägt und der zuletzt desillusioniert als alter Mann in seine norwegische Heimat zurückkehrt.

Joseph Canteloube ist einer der Sammler von Volksliedern, der in Frankreich von Hof zu Hof zog und dort Melodien aufschrieb. Eines der bekanntesten und wohl auch schönsten Lieder dieser Sammlung, das Baïlèro, schrieb er, als er die Gesänge zweier Schafhirten belauschte, die sich über weit voneinander entfernte Bergweiden zusangen. Die Inhalte der Lieder beschäftigen sich mit ländlichen Themen, wie dem Hüten von Schafherden, aber natürlich auch mit der Liebe. Canteloube schrieb seine Lieder sowohl im altertümlichen Dialekt der Region, als auch in einer modernen französischen Übersetzung nieder. Auf seine spezielle Weise hauchte er den alten Liedern Leben ein und verlieh ihnen eine solche Gegenwärtigkeit, dass der Zuhörer sich leicht Jahrhunderte in die Auvergne zurückversetzt fühlt. Ausgestattet mit Spazierstock, Rucksack und Phonograph begab sich 1905 ein junger Komponist aus Budapest auf die Reise.

Der 24jährige Béla Bartók hatte sich vorgenommen, in den Weiten des damaligen Königreichs Ungarn die authentische Bauernmusik zu erforschen. Er suchte auf Höfen, in Kneipen, an Hochzeiten und Festen. Für Bartók wurde dieses Vorhaben zum Lebenswerk, das ihn jahrzehntelang beschäftigte. In dieser Zeit entstanden die rumänischen Volkstänze. Bartóks Rumänische Volkstänze schmecken förmlich nach Dorfschenke.

 

   

Besetzung

Sonja Leutwyler - Mezzosopran
Barbara Bossert - 
Flöte
Dimitri Ashkenazy - Klarinetten
Astrid Leutwyler - Violine
Hannes Bärtschi - Viola
Lukas Raaflaub - Cello
Kathrin Bertschi - Harfe
Luca Borioli - Schlagzeug

 

 

 

 

 

Undine

oder die Geschichte eines hoffnungslosen Wassergeistes

 

Szenen aus der Romantik
Mona Petri

Franz Schubert (1797 - 1828)
Fantasie in f-Moll
für Flöte, Viola und Harfe

Szenen aus der Romantik
Mona Petri

Max Bruch (1838 - 1920)
Acht Stücke
für Flöte, Viola und Harfe

Schauspiel Undine
Mona Petri

Carl Reinecke (1824 - 1910)
Undine
für Flöte, Viola und Harfe

 

Programmtext

tacchi alti sucht in jedem neuen Projekt überraschende und noch unbegangene Wege: zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit anderen Kunstrichtungen wie Tanz (totentanz 2013) oder der Schauspielerei. Durch die Verflechtung von Musik und Schauspiel entsteht etwas Neues, etwas Gesamtheitliches und Spannendes. Musik ergänzt den Text, der Text leuchtet die Kompositionen aus und erklärt oder schweigt, wenn es keiner Worte mehr bedarf. Mit Mona Petri, der Zürcher Schauspielerin, haben wir eine junge und erfahrene Künstlerin gefunden, welche wunderbar in unser Ensemble passt.

Unser neuestes Projekt heisst Undine. Undine, ein weiblicher Meergeist, verliebt sich in einen Prinzen, Huldbrand. Durch die Heirat mit ihm wird Undine zu einem Menschen, das heisst, sie erhält eine Seele. Doch das Glück währt nicht lang. Huldbrand verlässt Undine für eine Menschenfrau und Undine ist gezwungen, nach ihren „Natur-Gesetzen“, Huldbrand zu töten. Sie küsst ihn zu Tode.

Die Geschichte der Undine von Friedrich de la Motte Fouqué diente vielen Komponisten als Grundlage ihrer Musik. Debussy, Stravinsky und Dvorak, um nur ein paar wenige zu nennen, haben die traurige Geschichte um einen Wassergeist zu musikalischen Inspirationen gebracht.

Der Querflöte, welche bei tacchi alti neben der Harfe eine zentrale Rolle spielt, wurde keine typische romantische Sonate geschrieben. Weder Mendelssohn, Schumann, Brahms noch Dvorak haben dem Instrument ein Werk gewidmet. Einzig Carl Reinecke, der für sich in Anspruch nehmen kann, Erbe der Romantiker zu sein, hat der Flöte eine Sonate gewidmet, die Undinesonate. Für sie liess er sich durch de la-Motte-Fouqués Märchen anregen. Der Wunsch der Nixe Undine nach einer menschlichen Seele vermischt sich auf typisch romantische Weise mit ihrer Liebe zum Ritter Huldbrand, der sie zugunsten einer Menschenfrau verlässt und ihr damit Glück und Seele raubt. Die Umsetzung dieses poetischen Programms unterscheidet die Undinesonate vom Einerlei typischer Virtuosensonaten. In seinem poetischen Gehalt verschafft es der Flöte eine romantische Rolle, die vollendet zu ihrem Ausdrucksspektrum passt. Die Ahnung von freier Natur, die im Klang der Flöte liegt, ihre schon vom Barock goutierte Aura eines Liebesinstruments und die weiche Zeichnung ihres Tons schaffen ein ideales Medium für die Geschichte von der unglücklichen Liebe Undines.

Vierhändige Klaviermusik des 19. Jahrhunderts wirft in der Regel keine grossen Schatten: Harmlose Gebrauchsmusik war sie zumeist, gedacht für höhere Töchter und die beschauliche Atmosphäre des biedermeierlichen Salons. Was immer den schönen Schein des bürgerlichen Lebensglücks trüben mochte, die Hausmusik gehörte in der Regel nicht dazu. Franz Schuberts späte, ein halbes Jahr vor seinem Tod vollendete, f-moll-Fantasie für Klavier zu vier Händen wirkt in diesem behaglichen Umfeld wie eine Drohung. Sollte Schubert das Stück für den Salon komponiert haben, dann lauert unter dessen Dielenboden ein Abgrund. Vom ersten Takt an kreist dieses wahnwitzige Stück in einem Meer der Hoffnungslosigkeit, und nach jeder der raren Dur-Aufhellungen versinkt es tiefer darin. Man mag sich noch so vehement dagegen wehren, die biografische Situation eines Künstlers für die Deutung seiner Musik heranzuziehen, aber die f-moll-Fantasie erzählt tatsächlich mit beklemmender Unmittelbarkeit von der Verletzlichkeit und Verletztheit einer Seele. Sie schreit die Einsamkeit und die panische Suche nach menschlicher Nähe geradezu heraus.

 

   

Besetzung

Schauspiel und Licht

Flöte, Viola und Harfe

 

 

 

 

 

totentanz

Zig et zig et zig, la mort en cadence
Frappant une tombe avec son talon,
La mort à minuit joue un air de danse,
Zig et zig et zag, sur son violon.

 

André Caplet (1878-1925)
conte fantastique
für Harfe und Streichquartett

José Maria Cano (1959)
hijo de la luna
für Gesang, Flöte und Harfe

Samuel Barber (1910-1981)
Adagio
für Streicher

Mieczyslaw Weinberg (1919-1996)
Flötenkonzert
für Flöte und Streicher

Gabriel Fauré (1845-1924)
Pavane
für Flöte, Streicher und Harfe

Camille Saint-Saens (1835-1921)
dance macabre
für Flöte, Harfe und Streicher

 

Programmtext

tacchi alti in der Besetzung Flöte, Harfe und Streichquintett, sowie flowingdancecompany, unter der Leitung von Anne-Sophie Fenner vereinen Musik und Tanz zu einem Gesamtkunstwerk namens totentanz. Das exquisite Spektakel mit wunderschöner klassischer Musik und poetisch-zeitgenössischem Tanz wird von der Lichtregie kunstvoll in Szene gesetzt. totentanz ist der ewige Kreislauf von Leben und Tod: tacchi alti und die Tänzer erzählen Musik und Geschichten zum Fürchten, Lachen, Nachdenken und Geniessen.

Edgar Allan Poes Kurzgeschichte "Masque of the Red Death" strotz vor Elementen, die später das Genre der Gothic Fiction ausmachen sollten; knisternd und voller Schauerromantik erzählt Poe vom drohenden roten Seuchentod, von einem rauschenden Fest auf der Burg des Prinzen Prospero und schließlich von der Heimsuchung durch diesen „Red Death" genau an jenem Ort, an dem man sich vor ihm sicher glaubte. Die Erzählung endet mit dem berühmten Satz "And Darkness and Decay and the Red Death held illimitable dominion over all". (Und unbeschränkt herrscht über alles mit Finsternis und Verwesung der Rote Tod). André Caplet, der die Erzählung von Poe als Vorlage genommen hat, wählte für seine Version der Geschichte eine Besetzung mit Harfe und Streichquartett und komponierte das ängstliche Zittern und die Bedrohung, aber auch das ausgelassene Tanzen mit morbidem Charme nach. Wenn gegen Ende des Werks die Harfe dumpfen Schlag der Turmuhr erklingen lässt und damit das Nahen des ungebetenen Gastes ankündigt, tauchen in der Musik die Bilder der literarischen Vorlage überdeutlich auf, spürt man akustisch den Pesthauch des roten Todes über die Bühne wehen. Dieses packende Werk ist eine absolute Rarität im Kammermusikrepertoire. Caplet gibt seinem Werk den Titel conte fantastique.

Samuel Barbers weltberühmtes Adagio für Streicher lässt dem Publikum Zeit, sich aus den klebrigen und grusligen Fäden des Roten Todes zu befreien. Die wunderschönen Klänge des Adagios machen alle Trübsal und Wirrnisse vergessen, schmelzen die Sorgen hinweg und heilen den Geist. Ursprünglich hat Barber das Adagio als langsamen Satz für sein erstes Streichquartett geschrieben, ein wenig später hat er es für Streichorchester arrangiert. Das Adagio ist Barbers bekanntestes Stück und – zu seinem Leidwesen – das einzige seiner Werke, das wirklich populär wurde.

Mieczyslaw Weinberg wurde in Warschau geboren, wo sein Vater Komponist und Musiker an einem jüdischen Theater war. Die Weinbergs waren eine Familie jüdischer Kulturschaffender, und Mieczyslaw wurde in eine schlimme Zeit hineingeboren. Nach dem deutschen Angriff auf Polen 1939 verhafteten und internierten die Nazis seine Eltern und seine Schwester, die schliesslich in einem Konzentrationslager ermordet wurden. Weinberg floh in die Sowjetunion und liess sich später in Moskau nieder, wo er 1953 mit diffusen antisemitischen Gründen verhaftet wurde. Der Komponist sagte selbst einmal: "Viele meiner Werke befassen sich mit dem Thema des Krieges. Dies war leider nicht meine eigene Wahl. Es wurde mir von meinem Schicksal diktiert, vom tragischen Schicksal meiner Verwandten. Ich sehe es als meine moralische Pflicht, vom Krieg zu schreiben, von den Gräueln, die der Menschheit in unserem Jahrhundert widerfuhren." Der Tod führt wie ein roter Faden durch seine Werke, so auch durch das Flötenkonzert op. 75.

Danse macabre von Camille Saint-Saens nimmt mit seinem Totentanz wieder Bezug zu Caplet. Die sinfonische Dichtung entstand 1874, inspiriert von einem Gedicht des französischen Schriftstellers Henri Cazalis über den Tod, der die Skelette aus ihren Gräbern auferstehen lässt. Der personifizierte Tod erscheint um Mitternacht (zu hören an den 12 „Glockenschlägen“ in der Harfe) an Halloween und spielt auf seiner Geige um die Toten zu erwecken: „Zig et zig et zig, la mort en cadence Frappant une tombe avec son talon, La mort à minuit joue un air de danse, Zig et zig et zag, sur son violon.“ Der Kreis schliesst sich, die Toten erstehen wieder und lassen ihre Gerippe klappern. Ursprünglich wurde das Werk für Stimme und Klavier geschrieben, ein paar Jahre später hat es der Komponist aber für Orchester umgeschrieben, den Solopart übernimmt dabei die Violine.

 

   

Besetzung

Tänzerin und Tänzer

Flöte, Harfe, Violinen, Viola, Cello und Kontrabass

 

 

 

 

 

 

 

 

Landschaften

Heitor Villa-Lobos (1887-1959)
Quintett
für Flöte, Violine, Viola, Cello und Harfe

Alberto Ginastera (1916-1983)
Impresiones de la Puna
für Flöte und Streichquartett

Gabriel Pierné (1863-1937)
Voyage au Pays du Tendre
für Harfe, Flöte und Streichtrio

Astor Piazzolla (1921-1992)
Hommage à Liège

für Flöte, Harfe und Streichquartett

 

Programmtext

Das Programm Landschaften wird mit dem temperamentvollen Quintett für Flöte, Harfe und Streichtrio von Heitor Villa-Lobos eröffnet. Der wohl populärste Komponist Klassischer Musik aus Brasilien blieb mit der brasilianischen Folklore stets verbunden – insbesondere mit den Choros, einer speziellen Art brasilianischer Unterhaltungsmusik, welche er auch selber auf seinem Cello in Kaffeehäusern und kleinen Theatern spielte. Diese Einflüsse sind in den Kompositionen von Villa-Lobos nicht zu überhören und machen sie deswegen so speziell, manchmal ungewohnt, vielleicht sogar etwas fremd, jedoch stets faszinierend und anziehend.

Ebenso packend sind die Werke des argentinischen Komponisten Alberto Ginastera. Auch er verband die Folklore seines Heimatlandes stets mit der Harmonik moderner klassischer Musik und entwickelte so seinen eigenen unverkennbaren Kompositionsstil. Das wunderschöne Werk Impresiones de la Puna für Flöte und Streichquartett, komponiert 1934, erzählt von der kargen Hochebene La Puna in den Anden. Es ist wohl die abgelegenste und lebensfeindlichste Gegend des Landes. Die Luft ist trocken, extrem klar und dünn, der Boden unfruchtbar und steinig, und die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Trotzdem übt die Landschaft wegen ihrer spektakulären Panoramas und den vielfältigen Relikten der kolonialen Architektur eine magische Anziehungskraft aus.

Nicht minder anziehend war im 17. Jahrhundert für wohlhabende Damen die »Carte du Tendre« - eine allegorische Landkarte des Reiches der Liebe, wo die Leidenschaft gebändigt und in eine Sympathie der Seelen überführt ist. Madame de Scudèry, eine der bedeutendsten Autorinnen des 17. Jahrhunderts, verfasste das Werk »Clélile«, in welchem die Liebe mit all ihren Facetten und Wegen beschrieben wird. Clélie, die Hauptfigur des Romans, verschickt die Karte an drei Liebhaber, ohne ihnen jedoch zu sagen, wie sie von a nach b kommen. Wie man Zärtlichkeit aus drei Ursachen empfinden kann, so geht man von der »Neuen Freundschaft«, unten auf der Karte, nach »tendre«, über den Weg der »Wertschätzung“, den der »Dankbarkeit“ oder auch den der »Zuneigung«. Irrwege münden in den „See der Gleichgültigkeit“, in das »Meer der Feindschaft« oder in das »Gefährliche Meer«. Dieses bedeutende Werk bildete die Grundlage für die Komposition Voyage au Pays du Tendre von Gabriel Pierné. Die Harfe verschmilzt dabei mit den vier Streichern und lässt so die beschriebenen Leidenschaften richtig spürbar werden.

Zum Schluss ertönt das von Astor Piazzolla komponierte Werk Hommage à Liège, welches er 1987 in Lüttich (Liège) geschrieben und dem dort ansässigen Orchester gewidmet hat. Ursprünglich nannte er das Stück Concierto para Bandoneon y Guitar, was auch der Originalbesetzung entspricht, gab ihm dann aber noch den schönen Zusatztitel Hommage à Liège. Piazzolla blieb, wie sein Lehrer Alberto Ginastera, ein Leben lang mit der Musik seiner Heimat verbunden. Er verstand es, den argentinischen Tango mit westlichen Klängen zu verschmelzen und entwickelte im Laufe seiner Komponistenkarriere seinen ganz eigenen wunderbaren Stil. Der junge Schweizer Komponist Martin Wettstein schreibt das Werk im Auftrag von tacchi alti für die Besetzung Flöte, Harfe und Streichquartett um.

 

   

Besetzung

Flöte, Harfe, Violine 1, Violine 2, Viola und Cello

 

 

 

SOLO

unbegleitet, allein, einsam, ledig,
einzigartig, isoliert, bloß, selbstständig, außergewöhnlich, ohne Begleitung,
für sich, ausgezeichnet, allein stehend
einmalig, allein auf weiter Flur

 

François Devienne (1759-1803)
Duo
concertant n.3 op 5 en do mineur

für Flöte und Viola

R. Murray Schafer (*1933)
The crown of Ariadne

für Harfe solo und Schlagzeug

Paul Hindemith (1895-1963)
Sonate für Viola alleine op. 25
für Viola solo

Marin Marais (1656-1728)
Les Folies d'Espagne
für Flöte solo

François Devienne (1759-1803)
Duo
concertant n.2 op 5 en re major

für Flöte und Viola

André Jolivet (1905-1974)
Petite Suite
für Flöte, Viola und Harfe

 

Programmtext

SOLO ist Programm im Frühlingsprojekt von tacchi alti. Für einmal wird das Ensemble auf seine Kernbesetzung reduziert. Flöte, Bratsche und Harfe. Rein und pur kommt das Programm daher, schlank und aussergewöhnlich.

Solo ist zugleich eine Wanderung durch die verschiedenen Epochen der Musik. Beginnend mit dem Barocken Komponisten Marin Marais, weiter zu Devienne, dem Franzosen aus der Klassik, dann zum bratschenden Hindemith und dem Flötenliebenden Jolivet, bis hin zum in Kanada lebenden Schafer.

Frankreich, 1701, im Frühjahr: Marin Marais, der Sologambist der Königlichen Kammermusik sorgt für einen Skandal. Es ist die Zeit des Hochbarock, gepuderte Gesichter, Perücken, ein Leben in Etikettierungen. Marin Marais, der am Hof viel Bewunderte, schockiert die gesamte Gesellschaft. Sein Name steht für die siebensaitige Gambe, er, der begnadete Gambenspieler, stellt ein neues Stück vor, das alle Zuhörer erstarren lässt. Diplomatische Kreise befürchten, dass dieses Stück beim Spanischen Hof für Verärgerungen sorgen könnte. Aber der größte Skandal ist, dass er, der die Flöte verachtet, sie als ein obertonloses, flach-einfältiges Holzrohr bezeichnet, dass er sein neues Stück in allen 32 Variationen von einer Flöte spielen lässt, ja es der Flöte widmet. Dieses Stück nennt er "Les Folies d' Espagne", die spanische Tollerei.

Paul Hindemith war eine Art heiliger Erlöser der Bratschistenzunft. Selbst einer der bedeutendsten Virtuosen in der Geschichte des Instruments, erzwang er der Viola als Opern-, Orchester- und Kammermusikkomponist den Rang, den sie schon beinahe verloren hatte. Hindemith schrieb etliche Sonaten für die Bratsche. Jeder Bratscher kennt die Satzbezeichnung aus seiner Solosonate opus 25 Nr.1: „Rasendes Zeitmaß. Wild. Tonschönheit ist Nebensache. Viertel= 600-640(!!!)“ Was wollte der Komponist uns wohl damit sagen, - wir werden es nie erfahren.

Jolivet's Petite Suite aus dem Jahr 1941 für Flöte, Viola und Harfe besteht aus fünf kurzen, thematisch verbundenen Sätzen. Seine Beschäftigung sowohl mit rustikalen Elementen, als auch mit dem Tanz, ist in diesem Werk offensichtlich. Die Arbeit mit eintönigen und Volksmusik ähnlichen Melodien, welche dank erfinderischer Begleitung nie banal wirken. Jolivet sagt über seine Musik „vom technischen Standpunkt aus ist es mein Ziel, mich völlig vom tonalen System zu befreien; in ästhetischer Hinsicht ist es mein Ziel, der Musik ihre ursprüngliche Funktion in den Bereichen der Magie und der Anrufung zurückzugeben.“

R. Murray Schafer, einer der bekanntesten Komponisten Kanadas, zeichnet sich durch einen Kompositionsstil aus, bei welchem stets alle zur Verfügung stehenden Techniken eines Instruments gebraucht und auf die beste Art und Weise eingesetzt werden. Seine Werke leben durch eine unvergleichlich darstellende Dramatik und bestehen aus einer Mischung aus Tanz, Musik, Theater, Mythen und Ritualen. The Crown of Ariadne wurde für die kanadische Harfenistin Judy Loman komponiert und im Jahre 1979 in Toronto uraufgeführt. Dieses mehrsätzige Werk erzählt die Geschichte von Ariadne, Theseus und Minotaurus, wobei die Harfe die Rolle der Ariadne übernimmt. Das Spezielle an diesem Solostück für Harfe ist, dass die Harfenistin auch viele verschiedene Schlagzeug-Instrumente um sich hat und diese bespielt. Da gibt es Ankle Bells, Crotales, Zimbeln, Wood Blocks, einen Belltree, ein Bongo und noch vieles mehr...

 

 

 

Besetzung

Flöte, Viola und Harfe

 
 

kristall

Weisser Hang, Kristall auf Lärchen,
Harfenklang im Wintermärchen,
blauer Himmel, Wolkenkräusel,
Flockenschimmel, Windgesäusel,
Flimmerlaunen, Eisluftklirren,
Engeldaunen, Schneesternflirren.
Blick ins Winterwunderland.

Ingo Baumgartner

 

Friedrich Wilhelm Rust (1739-1796)
Sonate
für Flöte und Harfe

Lowell Liebermann (1961*)
Sonate
für Flöte und Harfe

Jules Massenet (1842-1912)
"Méditation" aus der Oper Thais
für Flöte und Harfe

Franz Schubert (1797-1828)
Arpeggione
Sonate
für Flöte und Harfe

 

 

Programmtext

Die beiden Musikerinnen von tacchi alti, Barbara Bossert (Flöte) und Kathrin Bertschi (Harfe) haben ein wunderschönes Programm mit Musik von Schubert, Massenet und Liebermann vorbereitet.

Die sinnlichen Klänge von Schubert lassen einem träumen, Liebermann weckt auf und überrascht, Massenet bringt einem zum Weinen.

Lassen Sie sich in eine Welt voller Leidenschaften, Wärme und Licht entführen und vergessen Sie für einmal die Hektik und den Stress des Alltags...

 

   

Besetzung

Flöte und Harfe

 
 

ménage à trois

eine Geschichte über die Dreiecksbeziehung
von Flöte, Harfe und Streichern

Albert Roussel (1869-1937)
Serenade Opus 30
für Flöte, Harfe, Violine, Viola und Cello

Jean Cras (1879-1932)
Quintett
für Flöte, Violine, Viola, Cello und Harfe

Jean Françaix (1912-1997)
Trio
für Violine, Viola und Cello

André Jolivet (1905-1974)
Chant de linos
für Flöte, Harfe, Violine, Viola und Cello

 

Programmtext

Ménage à trois, da denkt man sogleich an erotische Abenteuer und spezielle Liebesbeziehungen. Aber so eindeutig ist es diesmal nicht. Es geht zwar um eine Dreiecksbeziehung, welche jedoch ganz besonderer Art und sehr vielschichtig ist: eine Geschichte zwischen Flöte, Harfe und Streichern, eine Geschichte über Franzosen und eine Geschichte über ihre Musik. Und wer könnte diese Geschichten besser erzählen als französische Komponisten des fin du siècle?

Die erste Geschichte erzählt uns der französische Komponist Albert Roussel. Er war eine schillernde Figur in der französischen Musikgeschichte. Bevor er den Musikerberuf ergriff, fuhr er zur See, sah ferne Länder und sammelte musikalische Erfahrungen, die seinen späteren Kompositionsstil beeinflusst haben. Leicht, beschwingt, als hätte sie Flügel, meditativ und andächtig oder schnell und munter - so klingt die Flöte in den Kompositionen Roussels. Der Komponist ist stilistisch schwer festzumachen: Zu kontrapunktisch für den Impressionismus, zu ausdrucksstark für den Neoklassizismus, zu formbewusst für einen Spätromantiker. Seine Kammermusik ist mit ihren herben Klängen reizvoll und melodisch inspiriert. Speziell die Serenade für Flöte, Streichtrio und Harfe ist ein brillanter Geniestreich!

Die zweite Geschichte, eine Geschichte von Mord und Totschlag, erzählt uns Jolivet. André Jolivet, sein Komponieren mit nachdrücklicher Ernsthaftigkeit als Darstellung eines Kampfes zwischen Geist und Materie verstehend: «Vom technischen Standpunkt aus ist es mein Ziel, mich völlig vom tonalen System zu befreien; in ästhetischer Hinsicht ist es mein Ziel, der Musik ihre ursprüngliche Funktion in den Bereichen der Magie und der Anrufung zurückzugeben.» Magisch ist denn auch der «Chant de Linos» zu verstehen: Es handelt sich dabei um eine besondere Form des altgriechischen Threnos, der Totenklage, die durch Geschrei und Tanzen unterbrochen wurde. Die Klage gilt Linos, dem Sohn der Muse Urania, der ein Lyraspieler war und von seinem ungeduldigen Schüler Herakles mit der Leier erschlagen wurde. Charakteristisch ist die Besetzung dieser antikisierenden Lamentation: Wenn es ums beschwörend Magische ging, wählte Jolivet gern die Flöte, die er als das «Musikinstrument par excellence» bezeichnete, weil sie, belebt vom Atem, «diesem tiefsten Ausströmen menschlichen Seins», ihre Töne erfüllt mit dem, was «in uns zugleich körperlich und kosmisch ist».

Die dritte und letzte Geschichte kommt von Jean Françaix. Als er in der Zwischenkriegszeit produktiv wurde, war die grosse Zeit des Impressionismus vorbei. Zwar ist der erste Satz des Streichtrios (Allegretto vivo) ein Perpetuum mobile, das noch den Impressionismus von Debussy und Ravel anklingen lässt. Aber darin versteckt spielt die Bratsche die Tonfolge HCAB, d.h. BACH in umgekehrter Reihenfolge, die damals als Losung "Zurück zu Bach" von den Neoklassizisten häufig verwendet wurde. Das Streichtrio kann denn auch sonst dem Neoklassizismus zugerechnet werden. Im Scherzo-Walzer erinnern Witz und schräge Harmonien an Walzer aus der gleichen Zeit von Schostakovitch, aber unbeschwert, ohne den bei Schostakovitch spürbaren verzweifelten Galgenhumor. Das zärtliche Andante besteht aus drei Variationen ohne Schwere oder Süsslichkeit. Das abschliessende Rondo ist keck, könnte zu einer Slapstick-Komödie passen: Verfolgungsjagden durch Strassen und über Dächer, sentimentale Trunkenheit, Ausrutscher und zum Schluss ein Nasenstüber.

 

 

 

Besetzung

Flöte, Violine, Viola, Cello und Harfe

 
 

clair de lune

Maurice Ravel (1875-1937)
Sonatine en Trio
für Flöte, Viola und Harfe

Igor Stravinsky (1882-1971)
Deux Poèmes de Paul Verlaine

für Stimme, Flöte, Viola und Harfe

(arrangiert Robert Koller)

Jacques Ibert (1890-1962)
Deux Interludes

für Flöte, Viola und Harfe

Maurice Ravel (1875-1937)
Don Quichotte
für Stimme, Flöte, Viola und Harfe
(arrangiert Kathrin Bertschi)

Claude Debussy (1862-1918)
Suite Bergamasque

für Flöte, Viola und Harfe

 

Programmtext

clair de lune aus der Suite Bergamasque von Claude Debussy gibt unserem Projekt den Namen. Die Komposition von Debussy und die Sonatine en Trio von Maurice Ravel (beides übrigens im Original Klavier-Solostücke) umrahmen das Herzstück unseres Programms: das grosse, geniale Werk Don Quichotte von Ravel

Mit dem Programm clair de lune wollen wir bekannte und unbekannte, moderne und ältere Kompositionen verbinden und das Publikum durch die verschiedenen Klänge unseres musikalischen Gartens führen.

Maurice Ravel wurde von einem nahen Freund gebeten, für einen Wettbewerb ein Stück mit nur 75 Takten zu schreiben. Der erste Satz der Sonatine entstand. Der Satz wurde aber von der Wettbewerbskommission mit der Begründung er sei zu lang zurückgewiesen. Die Komposition war nur wenige Takte länger als erlaubt. Der Wettbewerb wurde dann wegen eines Bankrotts abgesagt. 1905 komponierte Ravel die beiden andern Sätze der Sonatine. Der Zeitgenosse von Ravel, Carlos Salzedo, ein zu seiner Zeit sehr bekannter Harfenist schrieb die Sonatine für Flöte, Viola und Harfe um und gab ihr den Titel Sonatine en Trio.

Ebenfalls von Ravel stammt das Werk Don Quichotte à la Dulcinéé. Die Drei Chansons von Don Quixote und Dulcinea sollten das letzte vollendete Werk von Maurice Ravel bleiben. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass das letzte der drei Lieder nach Texten von Paul Morand ausgerechnet ein Trinklied auf die Freude und zugleich sein Schwanengesang werden sollte. Gedacht waren die Lieder für einen Film von Georg Wilhelm Pabst mit Fjodor Schaljapin in der Titelrolle. Der bereits erkrankte Komponist begeisterte sich für den deutschen expressionistischen Film und ging noch mit Freude an die Arbeit. Als sich abzeichnete, dass er den Abgabetermin wegen seiner Krankheit nicht einhalten konnte, wurde der Auftrag allerdings an Jacques Ibert weitergegeben. Später konnte Ravel das Werk noch fertig stellen. Es wurde am 1. Dezember 1934 vom Orchestre Colonne unter Paul Paray uraufgeführt; es sang Martial Singher. Don Quichotte wurde von Kathrin Bertschi für die Besetzung Bariton, Flöte, Viola und Harfe umgeschrieben.

Die Suite Bergamasque von Claude Debussy ist eine Klaviersuite. Sie zählt zu den bekanntesten Werken des französischen Komponisten. Die Suite wurde im Jahr 1905 veröffentlicht und besteht aus vier Sätzen: Prélude, Menuet, Clair de Lune und Passepied. Der wohl berühmteste Teil der Suite ist der dritte Satz. Der Name ist sehr wahrscheinlich von dem Gedicht Clair de Lune von Paul Verlaine inspiriert. Die Suite Bergamasque bezieht sich auf die italienischen Tapisserien der Stadt Bergamo und die berühmten Schauspielfiguren, die „Bergamasks“. Jean-Michel Damase, ein französischer Komponist und Sohn einer berühmten Harfenistin, schrieb die Suite für die Besetzung Flöte, Viola und Harfe um.

Als einziges Stück dieses Programms sind die Deux Interludes von Jacques Ibert eine Originalkomposition für Flöte, Viola und Harfe. Der Komponist hat in diesem Werk die Geschichte des Don Juan vertont. Speziell daran ist aber, dass die Geschichte nicht von Don Juan selber erzählt wird, sondern aus der Sicht einer Frau aus Belgien.

 

 

 

Besetzung

Gesang, Flöte, Viola und Harfe

 
 

muerte del angel

Hommage an Astor Piazzolla
Tangomusik
 

 

Programmtext

Nur wenige Namenspaare sind so miteinander verwoben wie Tango und Piazzolla. Der Argentinier hat den „vertikalen Ausdruck einer horizontalen Begierde“ salonfähig gemacht und es ist Zufall, dass es dazu kam.

Geboren 1921 in Argentinien, wächst Piazzolla in New York auf. Mit 16 kehrt er nach Buenos Aires zurück, tingelt durch die Clubs, beginnt zu komponieren und arrangiert für zahlreiche Tangoorchester.

Doch seine Ideen werden anspruchsvoller, und immer mehr Bands sind seine Kompositionen zu schwierig. Piazzolla ist enttäuscht, er will dem Tango den Rücken kehren und liebäugelt mit klassischer Musik.

Arthur Rubinstein, der zur Zeit in Buenos Aires lebt, vermittelt ihm einen Lehrer - sechs Jahre Studium bei Alberto Ginastera folgen. Piazzolla studiert und komponiert, was das Zeug hält. 1953 gewinnt er einen Kompositionswettbewerb und, damit verbunden, ein Stipendium für ein Studium in Paris.

Piazzolla landet bei Nadia Boulanger, und da passiert das Entscheidende: Er legt ihr kiloweise Eigenkompositionen vor, sie studiert sie kurz und sagt: „Sehr gut geschrieben. Hier bist du ein bisschen Stravinsky, hier ein wenig Bartok, hier ein Stück Ravel. Nur Piazzolla finde ich nicht.“

Boulanger verhält sich laut Piazzolla wie ein FBI-Agent und beginnt ihn auszuquetschen. Er versucht sich herauszulügen, weil er sich schämt mit dem Bandoneon Tangos in Nachtklubs gespielt zu haben. Er fürchtet, die Boulanger könne ihn „aus dem 4. Stock werfen“, denn in Argentinien ist Tango-Musiker ein Schimpfwort; Schmutz, Prostitution, Kriminalität und Unterwelt sind die damit verbundenen Assoziationen.

Doch die Lehrerin bleibt hartnäckig und alles kommt ans Licht. Sie fordert ihn auf, eine seiner Tango-Komposition auf dem Klavier zu spielen. Seine Musik ist dermassen genial, dass sie ganz spontan ausruft: „Das ist Piazzolla, du Idiot!“

 

 

 

Besetzung

Gesang, Flöte, Violine ,Akkordeon, Cello und Harfe

 

 

café noir

Komm mit, o Schöne,
komm mit mir zum Tanze!

Tanzen gehöret zum festlichen Tag.
Bist du mein Schatz nicht,
so kannst du es werden;
Wirst du es nimmer, so tanzen wir doch.
Komm mit,
o Schöne komm mit mir zum Tanze!
Tanzen verherrlicht den festlichen Tag.

 

Maurice Ravel (1875 - 1937)
Pavane pour une infante défunte
für Flöte und Harfe

Joseph Lauber (1864 - 1952)
4 Danses Médiévales
für Flöte und Harfe

Manuel Garcia Morante El cant dels ocells
Joaquin Rodrigo Fino cristal
Manuel de Falla Cancion

Astor Piazzolla (1921 - 1992)
Histoire du Tango
für Flöte und Harfe

 

 

Programmtext

Unter dem Titel café noir spielt tacchi alti Werke zum verlieben, entspannen, leben, vergessen und geniessen aus Argentinien, der Schweiz und Spanien.

Piazzolla erzählt in seinem Tango von Cafe- und Hurenhäusern  und Lauber vom Karneval und dem Tanz.

 

 

 

Besetzung

Flöte und Harfe

 

 

Eiszeit

Hör, es klagt die Flöte wieder,
und die kühlen Brunnen rauschen!
Golden weh'n die Töne nieder,
stille, stille, lass uns lauschen!

Holdes Bitten, mild Verlangen,
wie es süß zum Herzen spricht!
Durch die Nacht, die mich umfangen,
blickt zu mir der Töne Licht!

Clemens Brentano

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Flötenquartett in D-Dur
für Flöte, Violine, Viola und Cello

Ernst von Dohnányi (1877–1960)
Serenade in C-Dur
für Streichtrio

Heitor Villa-Lobos (1887-1959)
Assobio à jato
für Flöte und Cello

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Flötenquartett in A-Dur
für Flöte, Violine, Viola und Cello

 

Programmtext

Im Mittelpunkt unseres Programms Eiszeit stehen zwei Flötenquartette von Wolfgang Amadeus Mozart. Dazu kommen die Serenade für Streichtrio von Ernst von Dohnanyi und der fulminante Assobio à jato von Villa-Lobos.

Es ist paradox: Da ist Wolfgang Amadeus Mozart einer derjenigen Komponisten, die mehrere und ausgesprochen schöne Werke für die Flöte geschrieben haben, und auch in seinen Opern und Orchesterwerken hat er ihr wundervolle Aufgaben zugeteilt. Doch trotzdem geistert seit über zwei Jahrhunderten die Ansicht herum, Mozart habe die Flöte nicht gemocht. Und das Schlimmste: Dieses Gerücht hat Mozart allein in die Welt gesetzt – er selbst schrieb seinem Vater jenen berüchtigten Satz von „dem instrument, das ich nicht leiden kann“. Wir dürfen getrost glauben, dass das gelogen war.

Als Mozart von dem Amateur-Flötisten Ferdinand de Jean den Auftrag bekam, „ihm 3 kleine, leichte, und kurze Concertln und ein Paar quattro auf die flöte zu machen“, befand sich der junge Mozart in seiner persönlichen Eiszeit. Finanziell ging es ihm gar nicht gut, mit den Musikern in Mannheim war er überhaupt nicht zufrieden und eine Anstellung hatte er auch nicht. Dazu kam, dass er sich zum ersten Mal so richtig verliebt hatte. Leider blieb diese Liebe unerwidert.

Bereits zweieinhalb Wochen später lieferte Mozart das erste Werk an seinen Auftraggeber, das Quartett für Flöte, Violine, Viola und Violoncello D-Dur KV 285, welches allerdings weder kurz noch sonderlich leicht ausfiel.

In der Mitte des Programms spielen die Flötistin und die Cellistin den rasanten Assobio à jato von Heitor Villa-Lobos. Der Brasilianer durchlief keine formelle Hochschulausbildung zum Berufsmusiker, sondern blieb als Komponist reiner Autodidakt. In seinen Werken finden sich Einflüsse unterschiedlicher Strömungen brasilianischer Musik. Eingang in seine Musik fanden ferner Elemente der indigenen Kultur, die Villa-Lobos auf seinen ausgedehnten Reisen durch das Landesinnere kennenlernte.

Vor dem abschliessenden A-Dur-Flötenquartett wiederum von Mozart, spielen die Streicher die Serenade für Streichtrio C-Dur op. 10 von Ernst von Dohnanyi. Der gebürtige Ungar war bereits zu seinen Lebzeiten ein gefeierter Komponist und Pianist und ist den Spätromantikern zuzuordnen. Sein musikalisches Vorbild war Brahms.

 

 

 

Besetzung

Flöte, Violine, Viola und Cello

 

 

Sommernachtsfaun

Dort liegt ein rotblühender Garten
Im stillen Mondenschein;
Die Lotosblumen erwarten
Ihr trautes Schwesterlein.

Die Veilchen kichern und kosen,
Und schaun nach den Sternen empor,
Heimlich erzählen die Rosen
Sich duftende Märchen ins Ohr.

Heinrich Heine

 

Heitor Villa Lobos (1887-1959)
Quintett
Für Flöte, Harfe, Violine, Viola und Cello

europäische Erstaufführung
Flávio Oliveira (1944)
I
ntradução de Ravel
flauta, clarinete, harpa, quarteto de cordas

Maurice Ravel (1875 - 1937)
Introduction et Allegro
für Harfe, Streichquartett, Flöte und Klarinette

 

Programmtext

Villa-Lobos’ bekannteste und erfolgreichste Werke sind die 14 Choros und neun Bachianas Brasileiras für verschiedene Besetzungen, in welchen die Inspiration durch brasilianische Folklore direkt zum Ausdruck kommt. In den Bachianas Brasileiras verarbeitete Villa-Lobos brasilianische Volksmelodien in Suiten im polyphonen Stil Johann Sebastian Bachs, der seit seiner Jugend eines seiner bedeutendsten musikalischen Vorbilder war.

Flávio Oliveiras Intradução de Ravel ist, wie es der Titel schon sagt, eine Anspielung auf das Werk von Ravel. Intradução passt wunderbar in unser Programm, da es die brasilianischen Klänge Villa-Lobos’ mit der französischen Musik Ravels verbindet. Das Stück wird zum ersten Mal Europa gespielt.

Ravel schrieb mit Introduction et Allegro binnen kürzester Zeit (»acht Tage härteste Arbeit und drei durchwachte Nächte«) ein charmantes kammermusikalisches Harfenkonzert en miniature, das alle spieltechnischen Möglichkeiten des Instrumentes ausschöpft.

 

 

 

Besetzung

Flöte, Klarinette, Harfe, Violine 1, Violine 2,
Viola und Cello

 

 

 

Schlaflos

Aus Träumen in Ängsten bin ich erwacht;
Was singt doch die Lerche so tief in der Nacht!

Der Tag ist gegangen, der Morgen ist fern,
Aufs Kissen hernieder scheinen die Stern'.

Und immer hör ich den Lerchengesang;
O Stimme des Tages, mein Herz ist bang. 

Theodor Storm

 

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)Konversationssonate
für Flöte, Violine und Continuo

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Goldberg Variationen BWV 988
Bearbeitung für Streichtrio von Dmitry Sitkovetsk
y

Anna Bon di Venezia (1738-1767)
Sonata da camera No 2
für Flöte und Continuo

Antonio Vivaldi (1675-1741)
Concerto grosso op 3
Für Flöte, Violine, Cello und Continuo

 

 

Programmtext

In dem ersten Trio hat man versuchet, durch Instrumente etwas, so viel als möglich ist, auszudrücken, wozu man sonst viel bequemer die Singstimme und Worte brauchet. Es soll gleichsam ein Gespräch zwischen einem Sanguineus und Melancholicus vorstellen, welche in dem ganzen ersten, und bis nahe ans Ende des zweyten Satzes, mit einander streiten, und sich bemühen, einer den anderen auf seine Seite zu ziehen; bis sie sich am Ende des zweyten Satzes vergleichen, indem der Melancholicus endlich nachgibt, und des anderen seinen Hauptsatz annimmt. Die von Carl Philip Emmanuel Bach komponierte Sonata 1, bekannt unter dem Namen Conversationssonate, lässt die zwei Instrumente Flöte und Violine miteinander sprechen, streiten und lachen. Zusammen mit dem Continuo entsteht dadurch eine sehr spannende musikalische Diskussion.

Die Musik Johann Sebastian Bachs zu bearbeiten, sie für andere Instrumente einzurichten oder zu übertragen ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Schon immer wurde Musik transkribiert, kopiert und arrangiert, damit die Kompositionen zuhause auf den zur Verfügung stehenden Instrumenten nachgespielt werden konnten. So auch die Goldberg Variationen, bearbeitet für Streichtrio. Benannt ist das Werk nach dem Komponisten und Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg, einem Schüler Bachs. Laut einer überlieferten Anekdote sollte Goldberg dem russischen Gesandten am Dresdner Hof, dem Grafen Keyserlingk, aus dem Werk vorspielen, wenn dieser an Schlaflosigkeit litt (und nicht, wie fälschlich kolportiert, um ihn damit zum Einschlafen zu bringen). Da es keine weitere Quelle für diese Geschichte gibt, da die Partitur keine offizielle Widmung enthält und da Goldberg selbst zum Zeitpunkt der Drucklegung gerade 14 Jahre alt war, wird die Geschichte inzwischen von namhaften Bachforschern nicht mehr ernst genommen.

Anna Bon di Venezia (der Name weist auf den Geburtsort Venedig hin) war die Tochter von italienischen Musikvirtuosen. Anna Bon hatte eine umfassende musikalische Ausbildung am berühmten Ospedale della Pieta erhalten. Gemeinsam mit ihren Eltern erhielt sie dann eine Anstellung als Musikerin am Hof von Bayreuth. Mit ca. 16 Jahren war sie bereits Hofkomponistin in Bayreuth, denn unter diesem Titel gab sie 1758 ihr Opera Prima, die Flötensonaten heraus. Der Lebensweg Anna Bons verliert sich nach dem glanzvollen Beginn im Dunkel, wie bei so vielen Musikerinnen.

Antonio Vivaldi der sich einen Ruf als phänomenaler Geigenvirtuose und exzentrischer Kleriker erworben hatte, erprobte am Hof des Grafen Morzin in Mantua die Wirkung von mit Programmen unterlegter Musik auf sein Publikum. «Il rossignolo» und «La tempesta di mare» waren dabei die ersten Versuche in diese Richtung. Das «Concerto con due violini e violoncello obligato» stammt aus dem Zyklus «L’estro armonico», was soviel wie «harmonische Eingebung» bedeutet. Das Werk zeichnet sich in den Ecksätzen durch Spielfreude, Klangsinn und Klarheit aus, während der langsame Satz durch lyrische Kraft der Solovioline besticht.

 

 

 

Besetzung

Flöte, Harfe, Violine, Viola und Cello

 
 

chant de linos

Le „Chant de Linos“ était, dans
l’antiquité grecque, une variété de
thrène: une lamentation funèbre, une
complainte entrecoupée de cris et
de danses.

 

 

Maurice Ravel (1875-1937)
Sonatine en Trio
für Flöte, Viola und Harfe

Albert Roussel (1869 -1937)
Serenade Opus 30
für Flöte, Harfe, Violine, Viola und Cello

Claude Debussy (1862-1918)
Sonate
für Flöte, Viola und Harfe

Andre Jolivet (1905-1974)
Chant de linos
für Flöte, Harfe, Violine, Viola und Cello

 

Programmtext

Einer der ungezählten französischen Geistesnachfahren Debussys war André Jolivet, der sein Komponieren mit nachdrücklicher Ernsthaftigkeit als Darstellung eines Kampfes zwischen Geist und Materie verstehend: «Vom technischen Standpunkt aus ist es mein Ziel, mich völlig vom tonalen System zu befreien; in ästhetischer Hinsicht ist es mein Ziel, der Musik ihre ursprüngliche Funktion in den Bereichen der Magie und der Anrufung zurückzugeben.» Magisch ist denn auch der «Chant de Linos» zu verstehen: Es handelt sich dabei um eine besondere Form des altgriechischen Threnos, der Totenklage, die durch Geschrei und Tanzen unterbrochen wurde. Die Klage gilt Linos, dem Sohn der Muse Urania, der ein Lyraspieler war und von seinem ungeduldigen Schüler Herakles mit der Leier erschlagen wurde. Charakteristisch ist die Besetzung dieser antikisierenden Lamentation: Wenn es ums beschwörend Magische ging, wählte Jolivet gern die Flöte, die er als das «Musikinstrument par excellence» bezeichnete, weil sie, belebt vom Atem, «diesem tiefsten Ausströmen menschlichen Seins», ihre Töne erfüllt mit dem, was «in uns zugleich körperlich und kosmisch ist».

Claude Debussy selber schien erstaunt über die ernste, ätherische Musik, die ihm da eingefallen war, und stellte fest: «Es ist die Musik eines mir unbekannten Debussy. Sie ist erschreckend traurig, und ich weiss nicht, soll ich lachen oder weinen – vielleicht beides?» War zuvor von Klangfarbenkomposition die Rede, so findet sich hier gewissermassen eine exklusive Variante davon, welche die Farbe zusammen mit Form, Harmonik und Elementen der klassischen Sonate auf höchstem Niveau vereinigt. Die kontrastierenden Klanglichkeiten der gezupften Harfe, der gestrichenen Viola und der atmenden Magie der Flöte führen in gleichsam improvisierender Sprache zu einer unerhörten Ideenfülle. Sechs melodische Einfälle prägen den Kopfsatz, sind aber mehr fragmentarische Motive als eigentliche Themen und geben zusammen mit etlichen Tempobrüchen dem Satz eine Gestik des Episodischen. Der zweite Satz ist eine Hommage an jene Meister des 18. Jahrhunderts, die den Sonatenzyklus inspiriert hatten. Und zuletzt mündet ein Finale mit schneller, doch gleichwohl gebändigter Bewegung in eine Wiederkehr der ersten sechs Einfälle. Der Kreis schliesst sich – und Debussy hat gleichsam beiläufig den französischen Neoklassizismus vorweggenommen und diesem, noch bevor es ihn im späteren Sinne überhaupt gab, bereits eines seiner schönsten Werke geschenkt.

 

 

 

Besetzung

Flöte, Harfe, Violine, Viola und Cello